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Montag, 18. August 2014

Johannisbrotbaumfrüchte

Es handelt sich dabei nicht um Früchte, wie man sie sich vorstellt, sondern um Hülsenfrüchte. Johannisbrotbaumschoten also eher. Die Johannisbrotbaumfrüchte sind essbar. Wenn man sie so anschaut, fragt man sich allerdings wie.

Johannisbrotschoten, getrocknet

Was tun mit Johannisbrotschoten?

Im Internet finden sich etwa folgende Vorschläge:
  • Die Schoten aufbrechen, die Kerne entfernen, waschen und kauen.
    Getestet: Schmeckt süsslich, fühlt sich ein bisschen an, wie an Süssholz zu knabbern, nur schlaiger.
  • 20 Minuten kochen, aufschneiden, Kerne entfernen und essen.
    Getestet: Schmeckt besser als roh, die Schale bleibt verhältnismässig fest, aber nicht mehr brüchig.
    Könnte eventuell in Gerichten schmecken, in denen kreative Köche und Köchinnen sonst Kakaopulver verwenden. Passt most definitely nicht zu Wirz. Vielleicht eher zu Pilzen. Oder in einem süssen Gericht wie Milchreis oder Haferbrei.
    Kerne definitiv nicht essen. Die sind steinhart.
  • Statt zu kochen, in ein feuchtes Tuch einwickeln und über Nacht liegen lassen.
  • Das ganze mahlen und in Süssspeisen verwenden (nach dem Kochen bzw. ohne Kochen)
    z.B. mit Trockenfrüchten vermischt oder mit Zucker an einem süssen Teigwarengratin.
    Getestet und zwar zum Backen. Gab dann Kakao-Carob-Kekse. Der Teig erinnerte ein wenig an den Crunchy Ovo-Aufstrich, was auch daran lag, dass ich die Schoten nicht so ganz fein gemahlen bekommen habe.
  • Wer ein Gerät hat, das sowas zustande bringt, kann die Carobschoten auch direkt mit etwas Flüssigkeit pürieren.
  • Sirup oder Marmelade draus machen.
  • Ins Müesli geben.
    Universalverwendungszweck für Essen, mit dem man nichts so recht anzufangen weiss
  • Likör draus machen.
  • Nicht-menschlichen Tieren anbieten.
  • Zum Färben von Stoff verwenden.
  • Tee draus machen.
    Dazu die Schoten zerkleinern und dann mit Wasser 15 Minuten kochen oder nur aufkochen und eine Stunde stehen lassen. Tee trinken, Satz essen.
    Getestet: Zerkleinerte Schoten mit Kräutertee gemischt, mit kochendem Wasser aufgegossen und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Nur der Tee ganz unten in der Tasse schmeckte es ein bisschen nach Carob. Kochen wäre wohl besser.
    Mit Kochen getestet: Definitiv besser und der Satz ist auch besser essbar.
  • Die Samen pflanzen.
Hat jemand noch weitere Ideen? 

Karob-Kakao-Kekse

Teeexperiment mit zerbrochenen Schoten

Wonach schmecken diese Johannisbrote?

Mein erster Eindruck: Jedenfalls nicht nach Schokolade. Der Geruch hat eine gewisse Ähnlichkeit, aber schmecken tut's eher wie Süssholz: süss und weniger bitter als Kakao.
Andere Leute erinnern Geschmack und Geruch an Lebkuchen, Kakao oder auch veganen Käse (?).

Woher bekommt man die Schoten und was kostet der Spass?

Die abgebildeten Schoten haben 1.80 Franken gekostet (~ 8 Fr./Kg) und wurden in einem türkischen Lebensmittelladen gekauft. Laut Internet gibt es sie auch in Reformhäusern.

Wer weniger am Herstellungsprozess und mehr an den kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten interessiert ist, kann die Schoten auch bereits pulverisiert kaufen. Mein Pulver hat für 200 Gramm 2.90 Franken gekostet (14.50 Fr./Kg).

Rogač heisst's auf Kroatisch. Carobpulver ist aber offenbar etwas anderes. 

Mittwoch, 11. Juni 2014

Kokosblütenzucker

In letzter Zeit habe ich auf verschiedenen Blogs von Kokosblütenzucker gelesen. Weil ich's interessant finde, zu sehen, was andere Leute so essen und Kokosblütenzucker davor nicht kannte, habe ich im Internet gestöbert, um herauszufinden, was es sich mit diesem Süssungsmittel so auf sich hat. Hier meine Ergebnisse.*

Was ist Kokosblütenzucker?

Offenbar wird Kokosblütenzucker aus den Blüten der Kokospalme gewonnen bevor da eine Kokosnuss wachsen kann. Aus Kokospalmen kann man also entweder den süssen Sirup abzapfen oder Kokosnüsse ernten. Das führt dazu, dass die Produktion von Kokosblütenzucker zuweilen als nicht nachhaltig kritisiert wird. Verwendet wird Kokosblütenzucker wie "normaler" Haushaltzucker.

Thailand 2
Herstellung von Zucker aus dem Kokospalmensaft, Foto von cmspaeth3107

 

Ist Kokosblütenzucker identisch mit Palmzucker?

Kokospalmen sind auch Palmen. So gesehen, ist Kokosblütenzucker auch eine Art Palmzucker. Die Herstellung erfolgt analog. Nur gibt's halt noch andere Palmen, deren Saft auch abgezapft werden kann, um Zucker herzustellen.
Dazu kommt, dass dafür offenbar nicht bei allen Palmen die Blüten abgeschnitten werden (wie bei der Kokospalme), um an den Saft zu kommen.

Coconut sugar (coconut sap sugar), coconut honey Gingoog, Mindanao, Philippines
Kokosblütensirup (nach dem Einkochen des Saftes), Foto von Christer Barregren

 

 Ist Kokosblütenzucker gesund?

Dafür spricht, dass er - gleich wie anderer Palmzucker - weniger raffineriert ist als der "normale" Haushaltzucker. Er enthält also noch mehr anderes Zeug (namentlich Mikronährstoffe) als "nur" Zucker. Ausserdem hat Kokosblütenzucker offenbar einen tieferen Glykämischen Index als normaler Zucker, was gemeinhin auch als gesund gilt. Wie hoch dier Glykämischen Index anderer Palmzuckerarten ist, habe ich nicht ausfindig machen können.

Andererseits ist's halt immer noch Zucker. Zucker in dem Sinn, dass es sich um ein Produkt handelt, mit dem eine ganze Menge passiert ist, um es so hinzubekommen, wie es schliesslich konsumiert wird: Erst wird die Palme angezapft, damit der Saft raustropft, dann wird dem Saft Wasser entzogen (bzw. es verdunstet) bis er zu Sirup und schliesslich einem festen Block wird, der dann wiederum zerkleinert werden muss, um ihn wie "normalen" Zucker verwenden zu können.

Nicht dass die Verarbeitung von Lebensmitteln, um sie geniessbar zu machen, grundsätzlich schlecht wäre. Es handelt sich dabei nur um einen Anhaltspunkt, an dem man sich orientieren kann, um sich zwischen all den super klingenden Anpreisungen zu entscheiden, was man essen möchte.

Raw and sweet
Palmzuckerblöcke, Foto von carol mitchell

Wo gibt's Kokosblütenzucker zu kaufen?

Palmzucker findet man in Läden, die sich auf die Küche einer Region spezialisiert haben, in der Palmzucker traditionell verwendet wird (Asienläden, beispielsweise). Kokosblütenzucker habe ich bisher nur im Internet gesehen. Kann aber sein, dass es den auch in einem Bioladen oder Reformhaus gibt.

Update: Wie schmeckt Kokosblütenzucker?

Zumal der Kokosblütenzucker mittlerweile auch verschiedene Schweizer Bioläden und Reformhäuser erreicht hat, kam ich nicht umhin, ihn mal zu testen. Meiner Meinung nach schmeckt er (neben süss) etwas malzig und erinnert mich ein wenig an die Milchschokolade mit den Luftbläschen (Cailler Air? Oder doch Frione Power-Malt von der Migros?), nur halt nicht schokoladig. Weiterverwendet habe ich ihn bisher noch nicht.  Getestet habe ich den Zucker von Amanprana (Gula Java).

Interessante Links

Übersicht weiterer Süssungsmittel
Infos über Kauf, Lagerung und Verwendung von Palmzucker
Kritik an der Nachhaltigkeit der Kokoszuckerproduktion 
Veganessa testet verschiedene Kokosblütenzuckersorten
Ziemlichschoen nutzt den Malzgeschmack für einen veganen Ovomaltineverschnitt (via)

Verwendet ihr Kokosblütenzucker? Warum (nicht)? Was würdet ihr mit so einem Zuckerblock wie oben auf dem Bild anstellen?

* Der obenstehende Text gibt neben meinen Erfahrungen im Wesentlichen Informationen wieder, die ich auf Wikipedia und von dort verlinkten Sites gefunden habe. Ich habe keine eigene Erfahrung mit der Verwendung von Kokosblüten- oder anderem Palmzucker.